Zeit für die Eigene Passion

Unser Blog: Eine musikalische Reise durch Lateinamerika...

Mitte Oktober 2016

 

Text folgt!



Anfang Oktober 2016

 

Was sollen wir sagen?

Spätestens jetzt sind wir wohl so richtig angekommen. Es bilden sich Alltagsrituale und Routinen, unser Stammplatz bei unserm Lieblings- Almuerzo im kleinen Mercado um die Ecke, der kleine allmorgendliche Smalltalk mit dem alten Mütterchen von der Lavanderia (Waschküche), und nicht zuletzt unsere Probesessions im Park, gehören dazu.

Letzterem haben wir tatsächlich mit unsere schönsten Begegnungen zu verdanken.


Spontan beim Proben binden uns Kinder in ihr Spiel ein. Was uns immer wieder auffällt ist, wieviel offener und unängstlicher die Kinder hier auf uns Fremde zugehen. Sie lächeln einen meistens offen an, brabbeln drauflos und haben keinerlei Berührungsängste. Es ist nur Spekulation  - aber wir glauben es hat sicher was damit zu tun, dass hier diese "Angst- u. Vorsicht Erziehung" alá "steig nicht in unbekannte Autos ein, geh mit Niemandem mit, den du nicht kennst, fass das nicht an, dies und das ist gefährlich" einfach nicht so präsent ist, wie bei uns. Es ist schön zu sehen, wie schnell man angenommen wird auch mit Sprachbarrieren, "Fremd" fühlen wir uns bei diesen Kindern nie. Und diese Unvoreingenommenheit und Offenheit scheint den meisten Peruanern auch im Erwachsenenleben anzuhaften.

 

Wir lernen laufend neue Menschen kennen und meistens bilden sich sehr schnell Freundschaften und Verbindlichkeiten- so auch mit Mauricio, einem Musiker der uns von seinem Haus aus im Park hat spielen sehen und direkt auf uns zukam. Denkbar offen hat er uns gute Spielmöglichkeiten verschafft, und fortan sollten wir fast täglich in Kontakt bleiben, sowie seine Eltern, Freundin und Sohnemann kennen lernen. Selbst nach unserer Zeit in Lima schreibt er uns noch ab und an und fragt uns wie es läuft. Ein wirklich guter Kerl.

 

Ja die Peruaner sind schon ein sympathisches Völkchen, das einzige was so ab und an für Entfremdung sorgt, besonders in Situationen, in denen man sich noch nicht gut kennt, ist - na? Japp- Dinero..Geld. Was sich in Lima schon ab und an im Kleinen abspielt, sollte uns auf unserer fortführenden Reise noch wesentlich ausgeprägter begegnem. Weiße Haut, nicht von hier = Gringo- weißer Europäer oder Mann des Westens mit vieeel Geld. Ein wandelndes Dollarzeichen. Und so schwer es fällt, das zu akzeptieren, sie haben recht- selbst wir reisenden Studenten ohne festes Gehalt sind immernoch um ein vielfaches besser finanziell situirt als die meisten Peruaner mit einem mind. 8 Stunden Arbeitsalltag.

 

Fast unbedacht zückt man da eben mal den 100 sol schein zum bezahlen- umgerechnet unter 30 Euro- und ist dann überrascht, wenn die Marktverkäufer und kleinen Restaurants völlig überfordert sind und nicht wechseln können, wenn sie es überhaupt annehmen. Schnell müssen also auch wir lernen, nicht mehr umzurechnen, sondern mind. 1:1 zu denken, denn das ist hier die Lebensrealität und 100 sol sind ein Schweinegeld. Umso angenehmer ist da eben oft der Kontakt mit Peruanern wie Mauricio, die nicht im Verkauf tätig sind und von dir somit nicht finanziell abhängen.


Ok ihr Lieben das wird zu schwierig das auf den Tag genau festzulegen- sagen wir mal Ende September...

 

Barranco die Zweite:

 

Jetzt bewahrheitet sich so langsam der große Vorteil, den das Reisen ohne Zeit-/ und Routenplan mit sich bringt. Die Spontanität, die Möglichkeit, jederzeit auf Impulse reagieren zu können. So lernen wir schon in den ersten Wochn hier gut vernetzte Musiker kennen, die uns Konzertmöglichkeiten verschaffen und natürlich auch einen Einblick in ihre Welt der Musik vermitteln können.


Das geht am besten, wenn man ungefähr so lebt wie Sie- und es nicht das Wichtigste ist, in möglichst kurzer Zeit irgendwelche Sehenswürdigkeiten abzuklappern und die touristischen Klassiker wahrzunehmen. Oft läuft das eher so: "Hey chicos, ich hab n guten Kontakt zu dem Restaurant um die Ecke, da könnt ihr nächste Woche spielen- morgen abend geb ich n eigenes Konzert und würd' euch gern mitnehmen und vorstellen"- "ja klar machen wir". Schneller als erträumt landen wir so, wie im Video zu sehen, in privaten Buden zum musikalischen Austausch, werden auf Veranstaltungen der "Locals" mitgenommen und führen hier eigentlich ein sehr Touri- untypisches Leben. Sehr natürlich - und irgendwie macht sich auch fast ein Heimatgefühl trotz der Reise bemerkbar.. Wer hätte gedacht dass wir noch ganze 4 weitere Wochen in diesem unscheinbaren Stadteil von Lima verbringen würden.. Schnell lernen wir die Menschen in den Restaurants oder in der "Lavanderia" (Waschküche) kennen und Sie begrüßen uns wie alte Freunde- der Austausch auf Spanisch läuft zunehmend flüssig und gut - es ist schön solche kleinen vertrauten Konstanten auf der Reise zu haben, gibt es doch fast täglich jede Menge neuen Input für uns..


17 - 19.09.2016

 

Barranco/Lima. Schon in Freiburg haben wir von Peruanern den Tipp bekommen mit der Musik in den Stadtteil Barranco zu gehen. Barranco grenzt südlich an Miraflores an und gilt als das Künstlerviertel in Lima. Bereits die erste Begegnung in unserer neuen Unterkunft ist eine Überraschung. Mit zwei anderen reisenden Musikanten wohnen wir die nächsten Tage gemeinsam und bekommen somit den perfekten Einstieg in die Musikszene Barrancos.



15 - 17.09.2016

 

Ganze 3 Tage verbringen wir in Miraflores und finden hier und dort Gelegenheiten mit Einheimischen zu jammen.

In den meisten Kneipen erfahren wir allerdings, dass wir hier nicht spielen dürfen, sondern lieber in Barranco, dem benachbarten Stadtteil mit einer lebendigeren Musikszene, fragen sollen. Ein Höhepunkt in Miraflores war für uns sicherlich (wie in dem Video gut zu sehen ist) die Freestyle-Session mit zwei Peruanern auf Spanisch, Deutsch und Französisch. Ein eindrücklicher Beweis dafür, was für ein wertvolles Kommunikationsmittel Musik doch eigentlich ist.



14.09.2016

 

Miraflores wörtl. „Schau die Blumen an/Blumenschau“ heißt unsere nächste Anlaufstelle in Lima. Auf seinen 9,62 km² Fläche leben rund 93.000 Einwohner. Miraflores gilt als einer der reichsten von insgesamt 43 Stadtteilen Limas. Der August ist der kälteste Monat mit durchschnittlich 15,1 Grad Celsius, der Februar ist der wärmste Monat mit 22,3 Grad Durchschnittstemperatur. Danke Wiki. Der Stadtteil fällt direkt als wesentlich sauberer und geordneter auf als Callao. Die Leute sind schick angezogen und es wirkt alles doch relativ westlich, gehoben und touristisch.


Wurden wir noch in der letzten Stadt mehrmals gewarnt, dass es gefährlich sei, uns so frei mit unserem Equipment auf den Strassen zu bewegen, wirbt Miraflores damit eine „ciudad segura“, eine sichere Stadt zu sein und es sind an mehreren öffentlichen Plätzen CCTV Kameras installiert.

Unser nächstes Hostel heißt "the House Project Hostel", eine moderne Jugendunterkunft in der "Calle Bellavista". Empfangen werden wir auf Deutsch von Bodybuilder Richard, einem Peruaner, der in den Staaten aufgewachsen ist und dort Deutsch in der Uni gelernt hat. Spanischverbot für uns, der Gute will sein Deutsch auffrischen. Unser Zimmer liegt direkt hinter der Hostel Bar – Vorteil: Super Internet vom Wifi Spot der Bar - Nachteil: Südamerikanische Partymukke bis in die Nacht.
Da man Wasser in Südamerika nicht aus der Leitung trinken kann, machen wir uns direkt auf, um den nächsten Supermarkt zu finden. In Peru zahlt man mit "Soles". 1 Euro entspricht umgerechnet 3,14 Sol und wenn wir uns die Produkte und Ladenpreise so anschauen, ticken die Uhren hier schon gewaltig anders. Limonen bekommt man in riesen Netzen kiloweise hinterhergeschmissen. Papaya, Marakuja, Ananas, eigentlich das meiste an exotischem Obst, das bei uns astronomisch teuer ist, gibt‘s hier für n Appel und n Ei. Kleiner Spaß. Nussmischungen, Studentenfutter etc. ist dagegen kaum erschwinglich und teilweise dreimal so teuer wie bei uns. Viele Produkte wie Erbsen oder auch die geliebte Vielfalt an diversen Pestos, die uns Studenten in Freiburg schon oft ein Retter in der Not für unsere zuweilen recht mittelmäßige Cuisine war, sucht man hier vergeblich.
Zurück im Hostel angekommen, begegnen wir reihenweise Franzosen. Bene frischt seine Französischkenntnisse wieder sehr gut auf, wie im Video zu sehen;-) Abends lassen wir uns auf den Barpartytrubel ein und belegen unseren ersten Tanzkurs mit 2 Coaches, die zwar ihre Sache gut machen, jedoch relativ irritierend für uns alle 15 Minuten auf ihre 5 Minuten Pause bestehen und sich dann hinter die Bar in ihre Smartphones vertiefen- wahrscheinlich schon zu viele Touri-Tanzkurse gegeben.

Eine grandiose Abrundung des Abends liefert dann noch Eucalypdos mit einem Exklusivkonzert für die Hostelbar. Der Barkeeper mobilisiert spontan noch einige Kontakte und im Nu ist die erst recht dürftig besuchte Bar mit einem netten kleinen Publikum versehen. Wie uns schon wiederholt auffällt, suchen viele Jugendliche hier abends nach Beschäftigungen und gehen teilweise dann auch gezielt in Hostels um Programme mitzumachen und neue Leute kennen zu lernen, da Jugendkultur in den Randorten von Lima wohl nur sehr spärlich gesät ist.


12,13.09.2016

 

Lima/Callao. Die erste Station unserer Reise ist das „Pay Purix Hostel“, welches Bene zuvor im Internet rausgesucht hatt. Es besticht durch seine Nähe zum Flughafen und den Preis von umgerechnet 6,61 € pro Person incl. einem beachtlichen Frühstücksbufet (Siehe Video).
Nachdem wir die Gitarren am nächsten Tag am Flughafen bekommen, gönnen wir uns in einem kleinen Restaurant um die Ecke das erste 2 Gänge „almuerzo“/Mittagessen für 7 Sol/1,85 €. Eine fantastische Suppe und Reis mit Fisch.


Callao ist ein sehr armes Viertel und nicht ganz ungefährlich. Wir lassen unser Gepäck im Hostel und fahren mit Gitarren bewaffnet in einem wuseligen Kleinbus in die Innenstadt. Die Kleinbusse werden hier von zwei Leuten betrieben. Ein Fahrer und ein Assistent, oder vielmehr „Schreier“, der an jeder Straßenecke das Ziel des Busses lauthals verkündet, um den Bus vollzustopfen und dann das Geld einzusammeln. Ist wohl die billigste Art zu reisen in der Stadt.
Sehr auffallend ist, dass es in Lima außerdem mehr Taxen gibt als normale Autos. Man muss sich erstmal daran gewöhnen, ständig angehupt zu werden, nur der Aufmerksamkeit wegen. Wir tingeln durch die Altstadt, genießen das bunte Treiben, setzen uns in eine Kirche und „balsamieren“ uns erstmals musikalisch ein. Da es hier bereits um 6 Uhr dunkel wird, treten wir schon bald die Rückkehr ins Hostel an. Schließlich haben wir noch einiges an Schlaf nachzuholen.


So, 11.09.2016

 

Hier beginnt für uns das große Abenteuer.

Von Amsterdam aus geht es über London, Miami nach Lima in Peru. Losgeflogen um 8:20 Uhr, kommen wir um 22:40 Uhr Abends in Peru an. Mit einer Zeitverschiebung von - 7 Stunden waren wir über 21 Stunden unterwegs. Wirklich bewusst sind wir uns dieser riesen Distanz aber noch nicht, stellen wir unterwegs fest. Beide waren wir noch mit den Köpfen bis zuletzt in Freiburg - Freddy vor Allem wegen seinen Uni-Arbeiten, die er über den großen See mitnehmen muss. Bene hat während dieser Zeit den Großteil der logistischen Reisevorbereitung übernommen.


So eine Reise vorzubereiten ist mehr Aufwand, als man denkt: Mehrere Botengänge zum Gesundheitsamt (dort ist das Impfen günstiger, als in der Arztpraxis und man braucht keinen Termin), Abklären der Auslandsversicherung, Auflösen unserer Wohnungen und nicht zuletzt das Besorgen unseres Musik- u. Fotoequipments, die auch nochmal versichert werden wollten.
Viele Stunden sind alleine fürs googeln und Beratungsgespräche über die leichtesten Mikrostative/Isomatten/Rucksäcke u. geeignetste Kamera draufgegangen. Zum Glück standen uns bei all diesen Fragen immer auch erfahrene Freunde u. Familie zur Seite.  - Danke Euch! -

 

Am Flughafen in Lima nehmen wir unser Gepäck vom Band - kleiner Schreck - Bei Freddy's Rucksack wurde das obere Fach aufgeschlitzt und alles rausgenommen. Zum Glück nur ein paar Kosmetikartikel - alles "Wichtige" ist noch da - war wahrscheinlich ein schneller Gelegenheitsdiebstahl im Vorbeigehen oder Aufladen. Verunsichern lassen wir uns nur kurz vom Fehlen unserer Gitarren - das is natürlich ne ganz empfindliche Stelle - aber für die, denen es jetzt zu gruselig wird: Auch da sollte es am nächsten Tag Entwarung geben..

Nachts kommen wir ziemlich übermüdet in Callao, Lima an. Die Hostel Köchin im Pay Purix ist sehr nett und kredenzt uns noch einen Salat. Schlafenszeit!


Mi, 08.09.2016     - Die Vorfreude steigt! -

 

Interview im Chilli:

Freiburger Gitarrenduo Eucalypdos startet Lateinamerikatour

 

Am Mittwoch 3 Tage vor Abflug kam uns Till Neumann vom "Chilli Freiburger Stadtmagazin" für ein Interview besuchen.  Danke dir auch für die tollen Fotos!




Do, 11.08.2016

Was für ein Start:
Am 11.August, einen Monat vor unserem Abflug nach Lima, Peru veröffentlicht die BZ einen Bericht von unserem Vorhaben.

 

Vielen lieben Dank an Pascal Lienhard für den gelungenen Artikel in der BZ



Kommentare: 8
  • #8

    Heike Bausch (Samstag, 05 November 2016 16:07)

    Hallo Ihr Zwei,
    vielen Dank für euren block. Es macht riesig Spass die Filme anzuschauen - es ist fast als reise man mit.Eure Offenheit ,euer Humor ,eure Leichtigkeit fehlt hier natürlich sehr

  • #7

    veronikaloder-matern (Samstag, 17 September 2016 17:40)

    Hallo Bene, hallo Freddy,
    die Kinder schicken euch die liebsten Grüße- sie vermissen euch und ich vermisse euch natürlich auch!! Bis ihr wieder kommt wird hier fleißig Gitarre geübt (P.!), unser "Robin Hood" Refrain geschmettert und an euch gedacht..was ihr jetzt wohl macht und wo auf der Weltkarte ihr euch grade rumtreibt...
    Lasst es euch gut gehen!
    lg, Veronika

  • #6

    Heike Kern (Mittwoch, 14 September 2016 19:35)

    Eure Reise fängt super gut an. Wenn das so weiter geht, komme ich beschwingt durch den Herbst und Winter.
    Danke, Freddy -y suerte sobre todo!!
    HK

  • #5

    Chris Weihpratizky (Mittwoch, 07 September 2016 09:30)

    Lieber Frederik, lieber Bene,
    "Nur wer die Musik Muße) kennt, kann die Veränderung des wassers und der Bäume, des Bambus und der Sterne ermitteln."
    Habe den Spruch für euch etwas verändert von meister Hong Zicheng - wer auch immer ehrenwertes es ist.
    Wer reist, der geht nicht mehr über alte Brücken. Er sucht neue: Stein-, Holz-, Hänge-, und die Brücke zu den Herzen der Menschen, die euch dort Zugang gewähren.
    Alles Liebe und Gute,
    Chris

  • #4

    Ana Paula Sanchez (Dienstag, 06 September 2016 14:55)

    Hey Jungs! Vielleicht treffen wir uns in Peru, ich werde in Oktober in Trujillo sein, kommt vorbei!

  • #3

    Timo (Dienstag, 06 September 2016 11:31)

    Freeeeed;).....Genieß es, nutze es und lass rocken. Vlg timo

  • #2

    Sebastian Frank (Freitag, 02 September 2016 09:59)

    „Erfolg bedeutet sich über alle verdammten Dinge dieser Welt sorgen machen zu müssen, ausser Geld.“

    Johnny Cash

    Also viel Erfolg!

  • #1

    Eucalypdos (Donnerstag, 11 August 2016 01:16)

    Wir freuen uns über Eure Kommentare!!